Gartenbauverein


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Pflanzengallen - Herberge für fremde Kostgänger

Vereinsleben

Etwa 15.000 verschiedene Gallen sind bekannt. Sie sind absonderliche Bildungen von Pflanzen, die von Insekten, Milben, Pilzen, Bakterien und Fadenwürmern ausgelöst werden. Diese verbringen dort einen Teil oder den vollen Lauf ihres Lebens.
Die winzigen, 0,08 bis 0,3 mm großen, wurmartig geformten Gallmilben sind mit dem bloßen Auge nicht erkennbar. Erst durch die möglichen Symptome wie die auffälligen Gallen oder auch die Verformungen und Blattverfärbungen mit filzigen Belägen auf der Blattunterseite wird ihr Auftreten bemerkt. Hervorgerufen werden die Schadbilder durch die saugende Tätigkeit der Tiere, die sich vom Saft der Pflanzen ernähren. Vor allem durch den abgegebenen Speichel werden die typischen Gebilde hervorgerufen.
An befallenen Sträuchern können sich vor allem im Winter angeschwollene Knospen bilden, die nur schwach oder gar nicht austreiben. Im Inneren der Knospen finden sich bis zu 50.000 Eier und Milben.
Unterschiede zwischen den fünf Gallentypen:

Beutelgallen:
Das angestochene Gewebe wird zum Streckenwachstum angeregt, wodurch es zur Bildung auffälliger Hörnchen oder Knoten kommt, die sich oft durch eine Rotfärbung vom übrigen Gewebe abheben. Auf der Blattunterseite bleibt eine kleine Öffnung, sodass dieser „Beutel“ von den Tieren als Schutz genützt wird

Filzgallen:
Sie entstehen meist auf der Blattunterseite und zeichnen sich durch Entstehung eines dichten Haarrasens aus. Innerhalb dieses Filzrasens leben die Gallmilben. Manchmal kommt es auf der Blattoberseite zu einer deutlichen Pockenbildung.

Faltungen:
Blätter oder Blattränder falten oder kräuseln sich, sodass kleine, geschützte Räume entstehen – etwa im eingerollten Blattrand, wo sich die Gallmilben aufhalten.
Organvergrößerungen: Dabei schwellen vor allem Knospen an. Typisch dafür ist die Johannisbeergallmilbe.

Berostung:
Berostet können Blätter und Früchte werden, was vor allem auf frei lebende Gallmilben zurückzuführen ist.

Bekämpfung:
In der Regel sind keine Maßnahmen notwendig, da die Gallmilben der Pflanze keinen Schaden zufügen. Trotzdem können angeschwollene Knospen ausgeschnitten und vernichtet werden. Gleiches gilt für befallene Blätter und Zweige. Wenn der Befall stark ist und die Gebilde störend sind, ist eine chemische Bekämpfung mit Akariziden oder Präparaten auf Rapsölbasis möglich, die im Frühjahr durchgeführt wird.



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