Gartenbauverein


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Fledermäuse brauchen Freunde

Vereinsleben

Fledermäuse sind unsere einzigen fliegenden Säugetiere. Im Sommer kann man sie in der Abenddämmerung an Waldrändern, in Parks, an Gewässern, in der Nähe von Laternen sowie in unseren Gärten bei ihrem Jagdausflug beobachten. Sie gehören zur artenreichsten Säugetiergruppe Österreichs. Leider sind diese besonders nützlichen Tiere äußerst gefährdet und bedürfen eines besonderen Schutzes, daher stehen alle Fledermausarten unter Naturschutz.

Im Laufe der Jahrhunderte haben Fledermäuse Gefallen an manchen von Menschenhand geschaffenen Einrichtungen gefunden. So sind Straßenlaternen mit ihren Insektenschwärmen ein beliebtes Jagdbiotop, Kellerräume dienen als Winterquartier und Dachböden als Sommerresidenz oder sogar als Platz für eine Wochenstube. Auch Holzverschalungen und Hohlblocksteine sind bei Fledermäusen als Unterkunft sehr beliebt.
Alle Fledermausarten stehen unter Schutz. Mehr als die Hälfte der in unseren Breiten lebenden Fledermausarten sind auf Quartiere in oder an Gebäuden angewiesen, lediglich einige der heimischen Arten führen ein mehr oder weniger vom Menschen unabhängiges Dasein. Hohe Anpassungsfähigkeit einerseits und immer enger werdender Lebensraum andererseits, haben die Fledermaus zum Kulturfolger gemacht – und zwar zu einem nützlichen.


Eine Fledermaus fängt und verzehrt bei einem Jagdausflug bis zu 2000 Insekten. Die Beute beschränkt sich nicht nur auf fliegende Insekten, sondern einige Arten jagen mittels Rüttelflug (wie Kolibris) direkt auf den Bäumen und Blättern. Andere jagen über dem Wasser, wo sie wie mit einem Schleppnetz mit ihren Hinterbeinen durch das Wasser pflügen und Insekten sowie Gelsenlarven erbeuten. Manche Arten fressen aber auch Spinnen. Es gibt Flugjäger, Laubabsammler und Bodenjäger. Als Insektenfresser leiden Fledermäuse besonders stark unter Insektiziden der Land- und Forstwirtschaft. Die toxischen Stoffe in den vergifteten Insekten reichern sich vor allem in den Milchdrüsen der Fledermäuse an und werden mit der Milch in hohen Dosen an die Jungen weitergegeben. Es kann zum Massensterben von Jungtieren in den Wochenstuben kommen.


In der Regel bekommt jedes Weibchen pro Jahr nur ein Junges. Geburtstermin je nach Art ist etwa Mai bis Juni. Die Jungen werden von ihren Müttern gesäugt bis sie flügge werden. Jede Mutter erkennt ihr Junges am Ruf, sie holt auch ein zu Boden gefallenes Jungtier wieder in die Kolonie zurück.
Das Anbringen von Fledermauskästen stellt eine wirkungsvolle Maßnahme dar, die dem akuten Mangel an geeigneten Sommerquartieren begegnet. Eine regelmäßige Betreuung sollte berücksichtigt werden, denn stark verschmutzte Kästen werden von den Fledermäusen gemieden.
Auch einzelne Kästen in Gärten, Schulhöfen oder Parkanlagen sind ein willkommener Beitrag.



Natürlich sind auch Fledermäuse nicht stuben-rein. Zwar sind einzelne Tiere oft nur vom Fachmann anhand ihrer Losung zu entdecken, eine große Fledermauskolonie hinterlässt aber eine ganz beachtliche Menge an so genanntem Fledermausguano. Um dem schwarzglänzenden Kothaufen zum Beispiel unter einer Wochenstube habhaft zu werden empfiehlt es sich, im Frühjahr an dieser Stelle ein großes Stück Kunststofffolie aufzubreiten. Der gesammelte Guano ist ein hochwirksames, natürliches Düngemittel für Zimmer- und Gartenpflanzen.


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