Gartenbauverein


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Cleopatras Liebling

Vereinsleben

Meist versteckt im Dunkel der Erde fristet der Regenwurm ein unauffälliges Dasein. Bei manchen Leuten steht das Wort „Wurm“ sogar für Verachtung und Geringschätzung. Da ging`s dem kleinen Wurm im Reich der Ägypter besser: Er wurde als heiliges Tier verehrt. Cleopatra erließ sogar ein Verbot, Regenwürmer außer Landes bringen zu lassen. Auch der griechische Philosoph Aristoteles erkannte bereits den Nutzen der Regenwürmer für den Boden.

50 verschiedene Regenwurmarten gibt es in Österreich. Ungünstige Verhältnisse wie Trockenheit oder Kälte überstehen die Tiere, indem sie sich in tiefere Schichten zurückziehen und in schleimausgekleideten Hohlräumen zusammenballen. Dort verharren sie in einer Art Starrezustand.
Im Boden vollbringen diese unscheinbaren Tiere unvorstellbare Leistungen. Bis zu 2 Tonnen Würmer – das entspricht ca. 1 Million Individuen – leben in 1 Hektar Boden. 3 Meter tief bohren sich manche Arten in die Erde und legen dabei bis zu 400 m lange Gangsysteme an. Pro Hektar Boden werden im Jahr bis zu 250 Tonnen !!! Erde durch Wurmdärme befördert. Das entspricht etwa der 2-fachen Ladung einer 747-Frachtmaschine. Durch diese Tätigkeit wird die Erde aus tieferen Bodenschichten an die Oberfläche gebracht. Andererseits ziehen Würmer ca. 2 Tonnen organisches Material pro Hektar in den Boden hinein. Dort verrottet es und wird schließlich gefressen.



Im Darm der Würmer werden Humusteilchen und mineralische Bodenbestandteile zu einem stabilen Gefüge verbunden. Diese sind für eine stabile Bodenstruktur unentbehrlich. Im Darm erfolgt eine regelrechte Selektion von Bakterienstämmen. Bakterien, welche für die Zersetzungstätigkeit im Boden wichtig sind, finden im Wurmkot optimale Lebensbedingungen vor. Krankheitserreger hingegen werden großteils verdaut.
Die Ausscheidungen der Würmer enthalten wichtige Pflanzennährstoffe in höherer Konzentration als „normale“ Erde.


Es handelt sich somit um besten natürlichen Dünger für die Pflanzen. Durch die Anlage der weit reichenden Gänge wird der Boden besser durchlüftet bzw. das Regenwasser besser aufgenommen. Die mit Schleim ausge-kleideten Gänge schaffen Lebensraum für winzige Bodentiere und Raum für Bodenwurzeln.
Um Regenwürmer in ihrem nützlichen Tun zu unterstützen, sind ein paar wichtige Dinge zu beachten:
Werden Böden in nassem Zustand befahren, werden sie verdichtet. Der Boden wird dann für den Regenwurm als Lebensraum unbrauchbar.

Spritzungen mit Kupfer (=bodentoxisch) sollten so wenig wie möglich ausgebracht oder vermieden werden. Regenwürmer reagieren auf dieses Schwermetall sehr empfindlich, vermehren sich kaum und fressen weniger.
Organische Düngung ist wesentlich besser für Regenwürmer.
Eine Bodenabdeckung mit Stroh oder anderem organischem Mulchmaterial ist hingegen besonders günstig für die Würmer, weil der Boden konstant feucht gehalten wird und nicht so leicht austrocknet.


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